Der Energieausweis ist Pflicht

Seit dem 1. Mai 2014 ist die überarbeitete Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) in Kraft. Sie regelt den energiesparenden Wärmeschutz bzw. die energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden. Die in ihrer ersten Fassung 2002 erlassene Verordnung wurde mehrfach novelliert, zuletzt 2009.

Der Energieverbrauch von Immobilien, egal ob sie verkauft, vermietet oder verpachtet werden, wird für Mieter, Pächter und Käufer angesichts steigender Energiekosten immer wichtiger. Das heißt für Eigentümer und Vermieter, dass eine gute energetische Bewertung ihrer Immobilie die Chancen steigert, das Objekt zu den gewünschten Konditionen zu verkaufen bzw. zu vermieten/verpachten. Dokumentiert werden die energetischen Werte von Gebäuden aller Art im sogenannten Energieausweis. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen dem verbrauchs- und dem bedarfsorientierten Energieausweis.

Der Verbrauchsausweis

basiert auf dem Energieverbrauch eines Wohngebäudes und wird üblicherweise ausgestellt für:

  • Häuser mit mehr als vier Wohnungen
  • Häuser, deren Baugenehmigung nach dem 01. November 1977 erteilt wurde
  • Häuser, die durch Renovierung oder beim Bau mindestens die Wärmeschutzbestimmungen von 1977 nach DIN 4108-2 (aktuelle Ausgabe: 2013-02) erfüllen

Um die Eckdaten für den Verbrauchsausweis zu ermitteln, werden Verbrauchswerte für Heizung, Heizmittel und Warmwasser über einen Zeitraum von drei Jahren zugrunde gelegt. Außerdem werden berücksichtigt:

Baujahr des Gebäudes
Baujahr der Heizungsanlage
Anzahl der Wohnungseinheiten (inklusive Leerstände)
Gebäudenutzfläche (in Quadratmetern)
Dicke des Mauerwerks und seiner Dämmung
Qualität der Fensterverglasung
Dicke der Dämmung von Dach und Kellerdecke, bzw. Fußböden

 

Der Bedarfsausweis

ist erforderlich für

Häuser mit weniger als vier Wohnungen
Häuser, die vor 1978 mit einer Baugenehmigung vor dem 01. November 1977 und nicht energetisch saniert wurden.

Für die Ermittlung der Bedarfswerte werden die folgenden Informationen benötigt:

Gebäudenutzfläche in Quadratmetern und Anzahl der Wohneinheiten
Baujahr des Gebäudes
Form und Lage des Hauses, auch zu angrenzenden Häusern
Konstruktionsart und Dämmung des Daches, der obersten Geschossdecke, der Außenwände und der Fußböden zum Keller bzw. bei nicht unterkellerten Räumen zum Erdreich
Baujahr der Heizungsanlage sowie Informationen zum Alter und Zustand der Heizung und Informationen zur Warmwasseraufbereitung
Beheizung von Dach- und Kellergeschoß
Qualität der Fenster.

Recht auf die Vorlage eines Energieausweises

Es reicht nicht mehr aus, Quadratmeterzahl, Zimmeranzahl und Grundstücksgröße in einer Immobilienanzeige zu nennen. Mit Inkrafttreten der neuen Energieverordnung müssen Angaben zur Energieeffizienz zwingend enthalten sein. Fehlen diese, weil der Immobilienbesitzer den Energieausweis nicht ordnungsgemäß, nicht rechtzeitig oder nur unvollständig vorgelegt hat, kann dies mit einer Ordnungsstrafe geahndet werden.

Bauherren, Verkäufer und Vermieter von Wohn- und Büroimmobilien sind deshalb gut beraten, den seit Jahren vorgeschriebenen Energieausweis zu prüfen oder schleunigst zu beantragen. Denn Neumieter, Käufer und Mietinteressenten haben ein Recht auf die Vorlage eines gültigen Energieausweises. Ausnahmen gestattet der Gesetzgeber nur bei Baudenkmälern, Erbfolgen und Zwangsversteigerungen.

 Energieausweis ist Vertragsbestandteil

Der Energieausweis informiert detailliert über die Energiekosten, die bei erfolgreichem Vertragsabschluss auf den Käufer, Mieter oder Pächter zukommen. Der Ausweis macht verschiedene Objekte vergleichbar und vereinfacht so die Entscheidung für oder gegen ein Haus oder eine Wohnung.

Verkäufer und Vermieter müssen sich zwar einerseits um die Energieeffizienz ihrer Immobilie kümmern. Andererseits erleichtert eine energiewirtschaftlich gut bewertete Immobilie die Kauf-, Pacht- oder Mietentscheidung des potentiellen Kunden. Der Energieausweis ist somit wichtiger Vertragsbestandteil.

 Fehler vermeiden – Fachleute fragen

Die energetische Bewertung ist sowohl für Neu- und Altbauten als auch bei Modernisierungsarbeiten erforderlich. Im Energieausweis werden auch Modernisierungsmaßnahmen erfasst und bewertet.

Als Immobilienbüro arbeiten wir dazu eng mit qualifizierten Energieberatern und Experten zusammen, die auf die Bewertung und Begutachtung von Immobilien aller Art spezialisiert sind. Unser Service:

  • Wir kümmern uns um alle notwendigen Formalitäten.
  • Aufnahme der für den Energieausweis notwendigen Daten des Objekts an Ort und Stelle.
  • Wir sorgen in Zusammenarbeit mit den Energieberatern für die Ausstellung des Energieausweises.
  • Bei Fragen zu den Themen Wärmedämmung und Modernisierung geben wir wertvolle Tipps.

 Der Expertentipp

Eigentümer und Neueigentümer von Wohnimmobilien sind verpflichtet, Heizkessel mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden, auszutauschen. Außerdem sind sie gehalten, für die Dämmung bisher ungedämmter, zugänglicher Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen in unbeheizten Räumen zu sorgen. Gleiches gilt für bisher ungedämmte, begehbare oder nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschoßdecken. Diese Maßnahmen sind vom Erwerber einer Immobilie innerhalb einer Frist von zwei Jahren durchzuführen. In einigen wenigen Fällen gibt es Ausnahmeregelungen.

Kontakt

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